Warum der Sommer der beste (und leider unwahrscheinlichste) Zeitpunkt für Ordnung ist

Im Sommer übersehen wir unser Chaos leicht – draußen ist es einfach schöner. Doch genau jetzt ist der beste Moment zum Ausmisten: Du hast mehr Energie, und Ordnung entsteht nicht über Nacht. Wer im Herbst und Winter aufgeräumt leben will, fängt am besten schon im Sommer an.

Draußen sitzen, Eis essen, die Terrassentür steht offen, drinnen ist es eh nur zum Schlafen da. Im Sommer lebt es sich leicht – und genau das ist das Problem, wenn es um Ordnung geht. Denn während wir draußen die Seele baumeln lassen, sammelt sich drinnen munter weiter Kram an. Und im Winter ärgern wir uns wieder, wenn uns die Decke auf den Kopf fällt, weil alles vollgestopft ist.

Warum wir im Sommer über unser Chaos hinwegsehen

Im Sommer ist die Wohnung selten der Ort, an dem sich unser Leben abspielt. Wir sind auf dem Balkon, im Freibad, im Biergarten, bei Grillabenden bei Freunden. Der überfüllte Kleiderschrank? Fällt kaum auf, wenn man sowieso nur zwischen zwei Sommerkleidern und der Badetasche wechselt. Der Papierkram auf dem Schreibtisch? Sieht man höchstens im Vorbeigehen, auf dem Weg zur Terrassentür.

Diese gute Laune hat also einen Nebeneffekt: Sie macht uns nachsichtig mit dem eigenen Chaos. Wir übersehen es nicht, weil es weniger geworden wäre – sondern weil wir gerade andere Dinge im Kopf haben und weniger Zeit an den Orten verbringen, an denen es sich stapelt.

Und dann wird es kühler

Sobald die Abende kürzer werden und man wieder mehr Zeit drinnen verbringt, kommt die Rechnung. Plötzlich sitzt man wieder öfter am Schreibtisch – und der Papierstapel, der im Sommer einfach nur „da“ war, wirkt auf einmal erdrückend. Der Kleiderschrank, in dem sich über Monate unbemerkt Dinge angesammelt haben, fällt einem regelrecht entgegen, sobald man ihn wieder täglich öffnet.

Das ist kein Zufall und schon gar keine Einbildung: Was im Sommer einfach nur „mitgelaufen“ ist, wird im Herbst zur sichtbaren, spürbaren Last – genau dann, wenn man eigentlich zur Ruhe kommen und es sich drinnen gemütlich machen möchte.

Warum der Sommer trotzdem der beste Zeitpunkt zum Ausmisten ist

Klingt erstmal widersprüchlich, oder? Genau jetzt, wo wir am wenigsten Lust auf Aufräumen haben, soll der ideale Moment dafür sein? Ja – aus zwei guten Gründen.

Erstens: Du hast gerade mehr Energie, als du denkst. Mehr Licht, mehr Bewegung an der frischen Luft, insgesamt einfach mehr Antrieb – und genau diese Energie brauchst du fürs Sortieren. Ausmisten ist keine Aufgabe, die nebenbei läuft. Es kostet Kraft, Entscheidungen zu treffen: behalten oder weg, das noch, das nicht mehr. Diese Kraft hast du im Sommer eher übrig als mitten im grauen November, wenn du dich am liebsten nur noch einkuscheln möchtest.

Zweitens: Ordnung entsteht nicht von heute auf morgen. Ein Wochenende reicht selten, um eine ganze Wohnung wirklich zu sortieren – meistens ist es ein Prozess über mehrere Wochen, mit Pausen dazwischen, mit „das schau ich mir nächste Woche nochmal an“-Momenten. Wer also im Herbst oder Winter in einem aufgeräumten, gemütlichen Zuhause ankommen möchte, muss genau jetzt anfangen. Nicht, weil der Sommer sich dafür besonders gut anfühlt – sondern weil die dunkle Jahreszeit sonst zu schnell da ist, um noch damit zu starten.

Ein guter Deal

Der Sommer schenkt dir also zweierlei: die Energie, die du fürs Ausmisten brauchst, und den zeitlichen Vorsprung, um rechtzeitig fertig zu werden, bevor es wieder kühl wird. Du musst dafür nicht die ganze Wohnung auf einmal stemmen – ein Schrank, eine Schublade, ein Karton pro Woche reicht völlig. Aber fang lieber jetzt an, wenn die Kraft noch da ist, als im Herbst mit dem Chaos zu kämpfen, wenn die Energie längst wieder knapper wird.

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