Egal ob du über Geld sprichst oder nicht – handle!
Ordnung in Finanzen zu bringen scheint von außen immer schwieriger, als es tatsächlich ist, siehe selbst:
Spannend, die Seiten in meinem Bekanntenkreis zu hören: alle zw. Mitte 30 und Ende 40; da ist der angestellte Meister, der mit über 70k EUR Gehalt meint, die Schere zw. arm und reich wird immer größer, und er sei auf der armen Seite. Da ist die HR Sachbearbeiterin mit 3 Kindern und nicht mal 20 Std. in Teilzeit, die ein Haus von einer knappen Millionen Wert noch vor der Rente abzahlen will. Da ist der Durchschnitts-Mitarbeiter, der seiner Firma die Ausbildung damals verdankt und sich seitdem nicht getraut, woanders zu bewerben, obwohl er marktunüblich bezahlt wird. Da ist die Bekannte die um Rat fragt, ob sie das Freiwilligenprogramm ihres Arbeitgebers annehmen soll – was macht dich denn glücklich, worauf hast du Bock? Und dann ist da noch die Freundin, die schnell kurzfristig 10k EUR anlegen will – wo denn am besten?
Die finanziellen Situationen könnten kaum unterschiedlicher sein. Und viele schimpfen auf die da oben. Die Frage, die sich eher stellt: willst du bestimmen, was mit deinem Geld passiert, oder willst du zusehen, wie es auf deinem Konto weniger wird?
Schritt 1 – Überblick gewinnen und einen Notgroschen anlegen
Erstelle eine Jahresübersicht deines voraussichtlichen Einkommens (Gehalt, Unterhalt, Kindergeld, Sozialleistungen, …) und stelle dem gegenüber, was du an Ausgaben hast (Fixkosten wie Miete, Strom, Heizung, Abos, … aber auch variable Kosten wie Verpflegung, Benzin, Kleidung, Hygienebedarf, …) Führe ein Haushaltsbuch um zu prüfen, ob deine geschätzten variablen Kosten passen. Spare nebenbei einen kleinen Notgroschen von 500-1.000 EUR an.
Schritt 2 – Schulden abbauen und echten Notgroschen aufbauen
Hast du abgesehen von einem Kredit für Wohneigentum noch andere Kredite? Tilge hier so schnell wie möglich alle Schulden und baue dann einen echten Notgroschen auf. Die Empfehlung hier lautet 6 Monatsgehälter, ist aber doch sehr individuell. Arbeitest du in einer Branche, in der saisonale Kündigungen normal sind? Sind dein Kühlschrank, deine Waschmaschine oder gar dein Auto schon sehr alt mit einer hohen Laufleistung und es deutet sich an, dass demnächst was Neues her muss? In solchen Fällen darf der Notgroschen entsprechend höher ausfallen. Das Geld am besten auf einem Tagesgeldkonto parken – es ist schnell verfügbar und trotzdem weit genug weg, um es versehentlich impulsiv auszugeben, außerdem gibt es aktuell noch ein paar Zinsen da drauf.
Schritt 3 – Sparziele festlegen, anfangen zu investieren
Steht eine Hochzeit an? Ein Wohnungskauf? Willst du noch mal studieren? Planst du ein Sabbatical mit einer halben Weltreise? Oder willst du deine Altersvorsorge angehen? Lege deine Sparziele fest. Vermutlich hast auch du mehr als nur ein Ziel. Überlege dir, was du mit welcher Priorität besparen willst. Lege fest, welchen Betrag du monatlich für was zu Seite legen willst.
Für langfristiges Sparen empfehle ich dir, mit dem Investieren zu beginnen. Ein Depot ist heute schnell eröffnet und wenn du mit breit gestreuten ETFs beginnst, ist dein Risiko sehr gering. Die Kosten für ETFs sind geringer als aktiv gemanagete Fonds, dafür kannst du durchaus mit einer guten Rendite von 5, 7 oder sogar mehr % rechnen. Informiere dich hier in Ruhe!
It’s all about mindset – dein Konsumverhalten
Vermeide Impuls- und Spontankäufe. Schreibe dir Wünsche auf – würdest du die in 1-2 Monaten immer noch haben wollen? Gibt es einen Anlass, sich das schenken zu lassen? Passt der Wunsch zu deinen Sparzielen?
Entscheide mit Bedacht und bewusst, was in dein zu Hause darf. Denn weniger Konsum bedeutet auch weniger Zeug, weniger zu pflegen, weniger zu putzen und damit mehr Zeit. Stecke dein Geld also lieber in Erlebnisse oder deine Altersvorsorge als in Deko!
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