Die 3 Ebenen der Ordnung im Homeoffice – Warum Aufräumen allein nicht ausreicht
Das Homeoffice ist für viele Menschen längst Alltag geworden. Doch oft fühlt sich der eigene Arbeitsplatz zu Hause nicht so an, wie man es sich wünscht: unruhig, anstrengend oder wenig inspirierend.
Vielleicht kommt dir folgende Situation bekannt vor: Der Schreibtisch ist aufgeräumt, die Unterlagen sind sortiert – und trotzdem fällt es schwer, in einen klaren Arbeitsfluss zu finden. Der Blick wandert durch den Raum, die Gedanken schweifen ab und nach wenigen Stunden fühlt man sich erschöpfter als erwartet.
Häufig wird dann erneut aufgeräumt, sortiert und neu organisiert – mit dem Ergebnis, dass es kurzfristig besser aussieht, aber langfristig und auch innerlich kaum Veränderungen mit sich bringt. Der Schreibtisch ist zwar ordentlich, der Kopf aber bleibt voll.
Speziell hier lohnt sich ein genauerer Blick. Denn Ordnung im Homeoffice bedeutet mehr als nur aufzuräumen. Sie wirkt auf verschiedenen Ebenen – und erst wenn diese zusammenspielen, entsteht ein Arbeitsplatz, der Konzentration, Klarheit und Wohlbefinden unterstützt.
In diesem Beitrag stelle ich drei Ebenen der Ordnung vor, die im Homeoffice eine zentrale Rolle spielen – und zeige, warum Aufräumen allein oft nicht ausreicht.
Ebene 1: Äußere Ordnung im Homeoffice – die unverzichtbare Grundlage
Äußere Ordnung ist im Homeoffice weit mehr als nur eine Frage der Ästhetik. Sie bildet die unverzichtbare Grundlage für konzentriertes, strukturiertes Arbeiten. Ein aufgeräumter Arbeitsplatz sorgt für Klarheit – und zwar nicht nur optisch, sondern auch im Arbeitsalltag.
Zur äußeren Ordnung gehören vor allem:
- freie, übersichtliche Arbeitsflächen
- feste Plätze für Unterlagen, Arbeitsmaterialien und Technik
- eine klare Reduktion auf das, was für die tägliche Arbeit wirklich benötigt wird
Gerade im Homeoffice, wo sich Arbeits- und Privatleben oft vermischen, sorgt äußere Ordnung für eine wichtige Abgrenzung. Sie hilft dabei, den Fokus zu bewahren, Ablenkungen zu minimieren und Arbeitsabläufe zu vereinfachen. Gegenstände sind schneller griffbereit und der Arbeitsplatz wirkt insgesamt ruhiger und strukturierter.
Ein hilfreicher erster Schritt daher auf dieser Ebene ist ein bewusstes Reduzieren auf das, was für die unmittelbare Arbeit notwendig ist.
- Befinden sich auf meinem Schreibtisch nur Dinge, die ich aktuell oder regelmäßig benötige?
- Wirkt meine Arbeitsfläche klar oder eher überladen?
- Haben alle Arbeitsmaterialien einen festen, gut erreichbaren Platz?
Alles, was nicht täglich oder regelmäßig genutzt wird, sollte einen festen Platz außerhalb des direkten Sicht- und Arbeitsbereichs erhalten. Vor allem private Unterlagen sollten separat gelagert werden – am besten in geschlossenen Schränken oder speziellen Aufbewahrungsboxen.
Diese sichtbare Ordnung ist nicht nur ein „Nice-to-have“, sondern die Grundlage für alle weiteren Optimierungen im Homeoffice. Gleichzeitig zeigt sich in der Praxis, dass sie allein häufig nicht ausreicht, um dauerhaft produktiv und zufrieden zu arbeiten. Erst wenn auf dieser Grundlage weitere Ebenen der Ordnung aufbauen, entfaltet sich ihre volle Wirkung.
Ebene 2: Funktionale Ordnung im Homeoffice – Struktur für produktives Arbeiten
Während die äußere Ordnung vor allem das Sichtbare betrifft, richtet sich die funktionale Ordnung stärker auf den Arbeitsalltag selbst. Sie stellt die Frage, ob der Arbeitsplatz die täglichen Aufgaben wirklich unterstützt – oder ob er unbemerkt zusätzliche Hürden schafft.
Funktionale Ordnung zeigt sich darin, wie stimmig Arbeitsmaterialien, Unterlagen und Technik angeordnet sind. Nicht alles, was ordentlich verstaut ist, erweist sich im Alltag auch als praktisch. Entscheidend ist, dass Wege kurz bleiben, Materialien gut erreichbar sind und der Arbeitsplatz den individuellen Arbeitsrhythmus berücksichtigt.
Denn im Homeoffice treten häufig ähnliche Herausforderungen auf: Dinge müssen während der Arbeit immer wieder umgestellt werden, häufig genutzte Materialien liegen nicht dort, wo sie gebraucht werden, oder es fehlt eine klare Struktur für unterschiedliche Tätigkeiten. Die Ordnung ist vorhanden – sie fühlt sich jedoch nicht unterstützend an.
Zur funktionalen Ordnung gehört im Homeoffice auch die ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes. Eine optimale Sitzposition, eine passende Sitz- und Tischhöhe, ein sinnvoll eingerichteter Schreibtisch und gut erreichbare Arbeitsmittel tragen dazu bei, den Körper zu entlasten und konzentriertes Arbeiten über längere Zeit zu ermöglichen. Ergonomie ergänzt Ordnung hier auf natürliche Weise und fördert eine nachhaltige Arbeitsumgebung.
Hilfreich kann es sein, den eigenen Arbeitsalltag einen Moment lang bewusst zu beobachten.
- Welche Tätigkeiten und Aufgaben nehmen den meisten Raum ein?
- Unterstützt die Anordnung meines Arbeitsplatzes meine täglichen Aufgaben?
- Kann ich über längere Zeit konzentriert arbeiten, ohne ständig die Position zu wechseln oder Dinge umzustellen?
- Welche Arbeitsmaterialien werden oft verwendet und wo?
- Sind die häufig genutzten Materialien schnell und ohne Umwege erreichbar?
Diese Wahrnehmung hilft dabei, Ordnung nicht nur optisch, sondern passend zur eigenen Arbeit zu gestalten.
Wenn funktionale Ordnung entsteht, wird der Arbeitsplatz ruhiger und klarer. Abläufe greifen besser ineinander, unnötige Unterbrechungen nehmen ab und die äußere Ordnung gewinnt an Stabilität. So wirkt Ordnung als eine selbstverständliche Unterstützung im Arbeitsalltag.
Ebene 3: Raumwirkung im Homeoffice – wenn Ordnung spürbar wird
Neben der sichtbaren und der funktionalen Ordnung gibt es eine weitere Ebene, die im Homeoffice oft unterschätzt wird: die Raumwirkung. Sie beschreibt, wie ein Raum auf uns wirkt – unabhängig davon, ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht.
Auch ein gut aufgeräumter und funktional organisierter Arbeitsplatz kann sich unruhig, anstrengend oder wenig unterstützend wirken. Die Gründe dafür liegen häufig in der Gestaltung des Raumes selbst, etwa in der Blickrichtung, der Farbwirkung oder der allgemeinen Atmosphäre.
Ordnung spielt daher auch auf dieser Ebene eine zentrale Rolle. Sie zeigt sich hier nicht mehr nur in Form von klaren Strukturen und festen Plätzen, sondern auch in einem stimmigen Gesamtbild. Ein Raum, der ausgewogen gestaltet ist, fördert Konzentration, Motivation und Wohlbefinden – insbesondere, wenn dort täglich gearbeitet wird.
Um die Raumwirkung im eigenen Homeoffice bewusster wahrzunehmen, kann es helfen, sich ein paar Fragen zu stellen:
- Wie fühlt sich der Raum an, wenn ich ihn betrete?
- Fühle ich mich an meinem Arbeitsplatz eher ruhig und gesammelt oder schnell erschöpft?
- Unterstützt mich mein Blickfeld beim Arbeiten oder lenkt es mich eher ab?
- Gibt es Elemente im Raum, die mich unbewusst stören oder belasten?
Oft reichen bereits kleine Anpassungen aus, um die Raumwirkung positiv zu beeinflussen. Bereits eine Änderung der Blickrichtung oder der Schreibtischposition, mehr Tageslicht, eine ruhige Farbegestaltung oder wenige gezielt platzierte Elemente können dazu beitragen, dass sich der Arbeitsplatz stimmiger und unterstützender anfühlt. Ordnung wird so nicht nur sichtbar, sondern spürbar.
Warum alle drei Ebenen der Ordnung zusammenspielen müssen
Jede der drei Ebenen erfüllt im Homeoffice eine wichtige Aufgabe. Für sich genommen kann jede einzelne bereits positive Effekte haben – ihre volle Wirkung entfalten sie jedoch erst im Zusammenspiel und im Dreiklang.
Die äußere Ordnung sorgt für Übersicht und reduziert Ablenkungen. Sie ist die Basis, ohne die kein dauerhaft funktionierender Arbeitsplatz entstehen kann. Fehlt sie, wird konzentriertes Arbeiten schnell mühsam.
Die funktionale Ordnung baut auf dieser Grundlage auf. Sie stellt sicher, dass der Arbeitsplatz nicht nur ordentlich aussieht, sondern die täglichen Arbeitsabläufe sinnvoll unterstützt. Erst durch klare Strukturen, logische Anordnungen und kurze Wege wird Ordnung im Arbeitsalltag wirklich wirksam.
Schließlich verbindet die Raumwirkung Ordnung mit Wohlbefinden. Sie beeinflusst, wie gerne und wie konzentriert in einem Raum gearbeitet wird. Ist sie stimmig, entsteht ein stabilisierendes Umfeld, das keine unnötige Energie kostet.
Wird eine dieser drei Ebenen vernachlässigt, bleibt die Wirkung der anderen oft begrenzt. Erst wenn äußere Ordnung, funktionale Struktur und Raumwirkung aufeinander abgestimmt sind, entsteht ein Arbeitsplatz, der Klarheit, Produktivität und Ruhe gleichermaßen unterstützt.
Fazit: Ordnung im Homeoffice bewusst und nachhaltig gestalten
Ordnung im Homeoffice ist mehr als ein einmaliges Aufräumprojekt. Sie ist ein fortlaufender Prozess, der sich an den eigenen Aufgaben, Arbeitsweisen und Bedürfnissen orientiert. Wer Ordnung nur auf die sichtbare Ebene reduziert, verschenkt dabei wertvolles Potenzial.
Die Kombination aus äußerer Ordnung, funktionaler Struktur und stimmiger Raumwirkung schafft ein Arbeitsumfeld, das nicht nur übersichtlich ist, sondern auch unterstützt und entlastet.
Teile den Beitrag:
Weitere interessante Beiträge

Die 3 Ebenen der Ordnung im Homeoffice – Warum Aufräumen allein nicht ausreicht
Ein aufgeräumter Schreibtisch allein macht noch kein funktionierendes Homeoffice. Ordnung wirkt auf mehreren Ebenen – sichtbar, strukturell und räumlich. In diesem Beitrag erfährst du, warum äußere Ordnung nur der Anfang ist und wie ein bewusst gestalteter Arbeitsplatz produktives und konzentriertes Arbeiten unterstützt.

“Ich bin ja so aufgeregt” – Gefühle vor dem ersten Ordnungscoaching
Es gibt einen Satz, den ich vor fast jedem Coaching höre. Er kommt in leiser Stimme, manchmal mit einem Lachen, manchmal mit einem Hauch Nervosität – aber immer ehrlich gemeint: „Ich bin ja so aufgeregt.“
Und jedes Mal denke ich: Ich weiß. Und das ist völlig normal.

Wie mir im stressigen Alltag nie die Outfit-Ideen ausgehen (und warum Struktur im Kleiderschrank alles verändert)
Outfit-Ideen entstehen nicht durch mehr Kleidung, sondern durch Struktur. Durch bewusstes Kombinieren, Dokumentieren und gezieltes Ergänzen wird der Kleiderschrank zum echten Alltagshelfer – für weniger Stress, mehr Stil und ein sicheres Auftreten.

Challenges für das Neue Jahr
Mit guten Vorsätzen in das Neue Jahr. Neue Routinen ausprobieren und in den Alltag etablieren. Lies hier über verschiedene Challenges als Möglichkeit.