Bücher nach Regenbogenfarben aufstellen – nicht immer die beste Lösung
Ich finde, dass Bücher in einer grösseren Büchersammlung so schwierig zu finden sind. Eine Frage, die mir nämlich als Buchhändlerin und Bibliothekarin häufig gestellt wird, ist: „Können Sie mir helfen, ich suche ein Buch, das ist so dunkelblau.“ Auf Nachfragen nach dem Inhalt und mit Sortimentskenntnis kann man der Kundin hoffentlich das gewünschte Buch nennen, und es ist dann – grün!
Regenbogenbibliothek
Aber selbstverständlich führe ich den Wunsch meiner Ordnungscoach-Kundschaft nach einer Regenbogenfarben-Bibliothek aus. Für eine Freundin habe ich kürzlich ein Minibücherregal geordnet und für diese kleine Anzahl an Büchern war das Regenbogenprinzip tatsächlich am schönsten. Ich musste aber vorher die Reihenfolge der Farben recherchieren. Und wohin mit den schwarzen und relativ häufigen weissen Büchern? Nebeneinander oder je an den Anfang oder den Schluss stellen? Geschmacksache…
Weisse Bücherwand?
Was maximal unpraktikabel zur Auffindbarkeit eines Buches ist, ist die seltsame Mode, Bücher mit dem Schnitt nach vorne – also mit dem farbigen Buchrücken zur Regalwand gedreht – aufzustellen. Interior Designer scheinen das zu lieben, da ein Regal mit viel weissem Papier Ruhe vermitteln soll. Als Deko in einer coolen Hotelbar – weshalb nicht…
Praktikable Ordnungssysteme
Bei grossen Buchbeständen ist doch am ehesten die klassische bibliothekarische Methode angezeigt: Nach Thema, allenfalls Unterthema und innerhalb des Themas alphabetisch nach Autor/Autorin oder Titel.
Natürlich bestätigen Ausnahmen die Regel. Besonders schöne Verlagsreihen würde ich zusammenstellen. Der Diogenes-Verlag mit seinen konsequent weissen Bucheinbänden bietet sich da perfekt an. Oder du bestückst ein Regal nur mit Bildbänden, dafür muss der Abstand zwischen den Regalböden natürlich genügend hoch sein. Wenn die Tablare hingegen eine geringere Höhe haben, kann man gut kleinformatige Taschenbücher reinstellen.
Bei all den Aufstellungsarten ist die Hauptsache, dass du das gewünschte Buch findest und du Gefallen an deiner Bücherwand oder Bibliothek findest. Man sollte nicht für Gäste einrichten, sondern für sich selber.
Bücher aussortieren
Die eigene Ordnung zu finden, die auch in die vorhandenen Regale passt, kann einiges an Umräumen bedeuten. Bei dieser Gelegenheit kannst du auch gleich Bücher aussortieren, die du nicht (mehr) lesen möchtest oder an denen der Zahn der Zeit genagt hat. Höre auf dein Bauchgefühl und denke nicht, dass du den Faust oder ein Lexikon aus Gründen der Zurschaustellung deiner Bildung behalten musst. Behalte nur deine Lieblingsbücher, die du gerne hin und wieder zur Hand nimmst. Im Laufe des Lebens ändert sich häufig der Geschmack und Bücher können auch inhaltlich dermassen veralten, dass sie dann plötzlich doch gehen können.
Bücher entsorgen
Und zuletzt: es ist kein Sakrileg, Bücher auch mal zu entsorgen, wenn sie zerlesen sind oder der Inhalt in welcher Hinsicht auch immer fragwürdig geworden ist. Überlege immer, ob du das Buch noch deiner belesensten Freundin weitergeben würdest. Wenn nicht, dann möchte es eher auch niemand sonst nach Hause tragen und du solltes es fachgerecht entsorgen.
Wohin mit noch aktuellen Büchern?
Bevor du etwas in ein Brockenhaus/Sozialkaufhaus oder eine Bibliothek bringst, ruf unbedingt vorher an, ob Bedarf besteht. Und auch Büchertauschschränke sind nur attraktiv, wenn aktuelle und gut erhaltene Romane drin stehen.
Fazit
Wie du siehst, gibt es viele Varianten der Bücherordnung, eine Regenbogenbibliothek ist nur eine davon.
Und falls du fürs Aussortieren und Einräumen deiner Bücher, Zeitschriften oder auch DVDs und CDs fachliche Unterstützung benötigst, ich bin in der deutschen Schweiz sehr gerne vor Ort für dich da!
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