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So kam ich zum Capsule Wardrobe

Inhaltsverzeichnis

Mein Ziel beim Ausmisten in diesem Jahr war es, eine Capsule Wardrobe zu erreichen – zumindest im Ansatz. Anfänglich hatte ich vermutet, dass es mir sehr schwerfallen wird, da ich im Grunde ja schon jedes Jahr ausmiste und darauf achte, dass ich nur im Schrank habe, was ich auch trage. Dadurch, dass ich die Kleiderbügel zu Beginn eines Jahres immer verkehrt herum in den Schrank gehängt und immer, wenn ich etwas getragen habe, richtig wieder hin gehangen habe, hatte ich auch immer einen Überblick darüber, was ich in dem Jahr getragen habe. Die Dinge, die ich zu der Zeit in meinem Kleiderschrank hatte, waren alles Dinge, die ich getragen habe und die ich auch mochte. Letztendlich ist es mir aber überraschend leicht gefallen.

Was ist eine Capsule Wardrobe?

In den 1970er-Jahren hat Susie Faux, der ein Modegeschäft in London gehörte, diesen Trend ins Leben gerufen. Ihre Vision war es, dass man im Kleiderschrank mit ein paar Basics füllt und dann mit saisonalen Kleidungsstücken aufstockt. Doch so richtig bekam das Thema erst Beachtung, als Donna Karan 1985 einer ihrer Kollektionen nach diesem Prinzip herausbrachte. Sie hatte gerade einmal sieben Kleidungsstücke, die alle miteinander kombinierbar waren.
Genau darin liegt der Schlüssel. Alles lässt sich miteinander kombinieren und man wertet ein Outfit mit ein paar schicken Dingen auf.

Warum wollte ich meinen Kleiderschrank so stark minimieren?

Auch, wenn ich an sich, meiner Meinung nach, vorher schon nicht mega viel im Kleiderschrank hatte (lediglich eine Stange, eine Schublade 3/4 mit Oberteilen und eine Schublade 1/2 voll mit Hosen, Leggings und Kuschelsachen für zu Hause), hat mich das Thema Capsule Wardrobe schon immer fasziniert. Je mehr ich über die Jahre ausgemistet habe, desto mehr finde ich auch, was ich noch weggeben kann. Von Minimalismus möchte ich noch nicht sprechen, auch wenn wir durchaus bewusst konsumieren. Ich persönlich finde aber dennoch, dass wir noch zu viel haben, um uns wirklich als Minimalist zu bezeichnen. Wobei Minimalismus ja nicht bedeutet, dass man nur noch eine bestimmte Menge an Dingen besitzen darf, sondern dass man sich mit dem auseinandersetzt, was man hat, bewusst konsumiert und nur noch das hat, was man mag und braucht.

Ich wollte gerne in meinem Kleiderschrank viele Basics haben, die man gut miteinander kombinieren und mit einigen wenigen schönen Stücken aufwerten kann. In meiner Vorstellung würde die Auswahl, was ich tragen soll, damit noch mehr erleichtert werden. Dabei schaue ich nicht nach Saison, denn ich tausche nicht von Saison zu Saison durch und würde es auch immer vergessen. Deshalb schaue ich, dass ich alles für Sommer und Winter passend kombinieren kann – Zwiebel-Look eben. Trage ich sowieso sehr gerne.

Wie bin ich vorgegangen?

Ich habe zuerst alle Oberteile auf dem Bett ausgebreitet und gezählt, wie viel ich von welcher Sorte habe und aufgeschrieben. Danach habe ich mir überlegt, wie viele ich von welcher Sorte behalten möchte und kann, damit ich nachher auf eine gewisse Anzahl komme. Ziel war es ja nur noch 45 Teile im Schrank zu haben. Dabei habe ich darauf geachtet, was ich am häufigsten trage.

Pullover beispielsweise trage ich eher selten, während ich T-Shirts oder Tops mit einer Strickjacke kombiniert super gerne und oft trage. Dementsprechend war für mich klar, dass ich bei den Pullis mehr gehen lassen kann, als bei den Tops. Dann habe ich geschaut, welche zwei Teile ich bei jeder Kategorie auf jeden Fall behalten möchte. Alle anderen Teile habe ich nach und nach anprobiert und geschaut, worin ich mich wirklich wohlfühle. War es etwas zu kurz oder saß nicht richtig, sodass ich daran zuppeln musste, kam das Teil weg.

Danach habe ich Hosen und Röcke ebenfalls nach dem gleichen Schema ausgebreitet und gezählt. Bei den Hosen ist es mir leicht gefallen mich von welchen zu trennen, bei den Röcken eher nicht. Da habe ich mir Oberteile zur Hilfe genommen und geschaut, wie ich die Röcke kombinieren könnte. Habe ich kein passendes Outfit gefunden – so war es bei zwei Röcken, wurden sei ausgemistet. Ein Rock ist in die “Vielleicht-Ecke” gelandet – bedeutet: Ich ziehe ihn im Sommer einmal an und wenn ich mich nicht total wohl damit fühle, kommt er noch weg.

Warum es mir nicht schwergefallen ist

Dadurch, dass ich mich nicht unter Druck gesetzt habe, sondern von Anfang an gesagt habe, dass ich die Sachen erst auf dem Dachboden zwischenlagern werde, konnte ich die Dinge leichter aussortieren.
Ich hatte mir vorgenommen, die Dinge eine Weile aufzubewahren, bis ich mir sicher bin, dass ich sie wirklich nicht brauche und mit dem Ergebnis des Kleiderschrankes zufrieden bin. Das hat ungemein geholfen, denn es war ja kein endgültiger Abschied.

Nachdem ich das Ergebnis nun aber gesehen und eine Woche damit gelebt habe, war für mich sofort klar, dass ich die Sachen nicht vermissen werde. Deshalb durfte meine Mutti schon fleißig in den aussortieren Sachen wühlen und hat sich zwei Teile mitgenommen und den Rest werde ich jetzt auch endgültig weggeben. Ich bin mir absolut sicher, dass sich alles, was ich brauche, jetzt in meinem Kleiderschrank befindet. Auch wenn es momentan noch 51 statt 45 Teile sind, bin ich total glücklich darüber, die Dinge los zu sein. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich in den Schrank schaue und da eine Kleiderstange sehe, die nur noch zu 1/3 gefüllt ist.

Vielleicht schaffe ich es irgendwann nochmal auf die vorher vorgenommenen 45 Teile zu kommen – wer weiß 🙂

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