Auf dem Weg zum Wohlfühlminimalismus: visuellen Lärm reduzieren
… und was visueller Lärm überhaupt ist
Ich bin früher öfter mal durch einen Ikea Einrichtungsmarkt gelaufen und habe mich immer gefragt: warum sehen die Beispielzimmer so viel wohnlicher aus, als bei mir zu Hause? Gewiss, die Beleuchtung spielt durchaus eine Rolle – schön viel indirekte Beleuchtung… aber in einem Möbelhaus kann es daran nicht liegen…
Da steht also eine schöne Garderobe. Schwarzes Metall im Industrial Style in Kombination mit einem edlen Holz. Und es sieht schick aus wie der beige Mantel da hängt, mit den braunen Stiefel im Schuhregalteil und der braunen Lederhandtasche auf der Ablage. Es wirkt stimmig, perfekt, wohnlich und löst dieses „will-ich-genau-so-haben-Gefühl“ aus!
Aber dann der Realitätscheck
Was hast du zu Hause in der Garderobe? Da sind deine Alltagsgegenstände vielleicht etwas farbenfroher… die Kindergummistiefel in quietsch-grell-grün, der Rucksack in gelber Bienenoptik, die Feuerwehrmann Sam Jacke in rot-blau. Dazu deine weißen Sneaker, dein schwarzer Parker, die Regenjacke in gelb, die Arbeitsjacke für den Garten in olivgrün und noch die bunten Leinen und Spielzeuge vom Familienhund. Und oh weh, damit ergibt sich eine ganz andere Wirkung. Plötzlich scheint es nicht mehr so clean, stylisch, schick – sondern irgendwie wild, aufgeregt, nervös, vielleicht sogar ein bisschen chaotisch – obwohl doch alles einen, ja seinen, Platz hat!?
Weitere Beispiele die offensichtlich sind: Kühlschränke oder Pinnwände, an denen alles gesammelt wird, vom Flyer des Lieferservice, einem oder mehreren Kunstwerken der Kinder, wichtige Telefonnummern und vielleicht noch der Müllkalender. Nichts davon ist einheitlich in zarter pastell Instagram oder Pinterest Optik, stattdessen schreien auch hier alle Zettel in anderer Farbe durcheinander herum. Daher der Begriff „visueller Lärm“.
Tipps, was du für eine ruhigere Optik machen kannst:
- die Gaderobe und sämtliche Alltagsgegenstände durch neue in gedeckten Farben ersetzen 😜 kleiner Scherz, natürlich nicht! Nachhaltigkeit und so!
- bei der Anschaffung von neuen Möbeln vorab überlegen, was soll da hin:
- will ich die quietschbunten Kinderrucksäcke da stehen haben, passen sie ins Gesamtbild?
- ansonsten geschlossene Möbel bevorzugen, so dass eine ruhige Optik entsteht
- oder mit Aufbewahrungskörben arbeiten, die am Ende auch für Kinder einfach erreichbar und zu bedienen sind
- gesehen beim Ikea: alle Deko-Bücher haben den gleichen Buchrücken, wirken dadurch auch ruhig und einheitlich. Wenn du nicht nur ein Buch im Regal stehen hast, kannst du
- die Bücher herum drehen (für ganz Mutige), so dass die blanken Seiten nach vorne zeigen
- die Bücher nach Regenbogenfarben sortieren. Das fällt vielen leicht, weil man sich zumeist gut an die Farbe des Covers erinnert, wenn man ein bestimmtes Buch sucht
- wer seine Bücher lieber thematisch oder nach Autor sortiert und sich mit den anderen Methoden nicht anfreunden kann, es visuell aber auch lieber ruhiger mag, kann ggfs. die Farbwirkung in einer Vitrine durch Milchglasfolie abschwächen
Zurück zu meiner Garderobe: Ich habe inzwischen einen geschlossenen Schuhschrank und kein offenes Regal mehr. Außerdem hat jeder nur noch eine Jacke in der Garderobe hängen. Die Kinder wissen auch, wenn sie nach Hause kommen gilt: Brotzeitdose und Trinkflasche auspacken, den Ranzen dann ins Kinderzimmer bringen. Das ist unsere kleine Routine. Die Küche und das Wohnzimmer wurden beim renovieren entsprechend optisch ruhig geplant und eingerichtet.
Beim Schlafzimmer denke ich seit einiger Zeit über ein anderes Farbkonzept nach – aber auch hier sitzen Teufelchen und Engelchen auf meiner Schulter und streiten weil „das geht ja noch, das ist ja gut, aber anders würde schöner wirken, …“
Wichtig! Es gibt keine Regel die für alle gilt! 💡 Menschen erleben Ordnung unterschiedlich. Das fällt mir immer wieder auf: die einen möchten ihre Dokumente in einheitlich gestalteten Ordnern sehen, entweder neutral oder auch mit zusammengehörigen Aufklebern, die ein schönes Bild ergeben. Andere mögen ihren Papierkram nach für sie logischen Farben sortiert haben: rot ist der Sparkassenordner, blau der Allianz-Versicherungsordner etc.
Während die einen mit Körben und minimalistischer oder künstlerischer Beschriftung arbeiten, bevorzugen die anderen durchsichtige Boxen bei denen klar erkennbar ist, was sich darin befindet. Es geht also immer um deine persönliche Vorliebe!
Beachte, wenn du dir Inspiration auf Pinterest oder Instagram holst, was dein Umfeld her gibt. Mit ein paar Überlegungen schützt du dich vor Fehlkäufen! Und das wünsche ich dir vor allem, für dein Wohlfühlambiente und für deinen Geldbeutel! Ich wünsche dir viel Spaß und Erfolg!
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